{"id":2443,"date":"2024-11-21T15:04:29","date_gmt":"2024-11-21T14:04:29","guid":{"rendered":"https:\/\/kirchweiler.beedigital.tech\/?page_id=2443"},"modified":"2025-09-27T16:10:16","modified_gmt":"2025-09-27T14:10:16","slug":"friedhof","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kirchweiler.de\/?page_id=2443","title":{"rendered":"Friedhof"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-page\" data-elementor-id=\"2443\" class=\"elementor elementor-2443\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-95k1hbr e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"95k1hbr\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\" data-settings=\"{&quot;background_background&quot;:&quot;classic&quot;}\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-0502d81 e-con-full e-flex e-con e-child\" data-id=\"0502d81\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-03d202b elementor-widget elementor-widget-heading\" data-id=\"03d202b\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"heading.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t<h1 class=\"elementor-heading-title elementor-size-default\">Friedhof<\/h1>\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-xq0fb4j e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"xq0fb4j\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-e8e4600 e-con-full e-flex e-con e-child\" data-id=\"e8e4600\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-6060d91 animated-slow elementor-invisible elementor-widget elementor-widget-image\" data-id=\"6060d91\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-settings=\"{&quot;_animation&quot;:&quot;fadeIn&quot;}\" data-widget_type=\"image.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"170\" src=\"https:\/\/kirchweiler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/cropped-Kirchweiler_name-1-140x48.png\" class=\"attachment-full size-full wp-image-1292\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/kirchweiler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/cropped-Kirchweiler_name-1.png 500w, https:\/\/kirchweiler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/cropped-Kirchweiler_name-1-300x102.png 300w, https:\/\/kirchweiler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/cropped-Kirchweiler_name-1-140x48.png 140w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-c83d1a7 e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"c83d1a7\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-c43b3dd elementor-widget-divider--view-line elementor-widget elementor-widget-divider\" data-id=\"c43b3dd\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"divider.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-divider\">\n\t\t\t<span class=\"elementor-divider-separator\">\n\t\t\t\t\t\t<\/span>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-91f6384 e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"91f6384\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-ac7f3c7 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"ac7f3c7\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h2><strong>Sanierung und Neugestaltung des Friedhofs in Kirchweiler<\/strong><\/h2><p>Ewald Adams, Dez. 2020<\/p><p>Seit ewigen Zeiten f\u00fchlen sich die Menschen verpflichtet &#8211; unabh\u00e4ngig von Religion und Kultur &#8211; den Toten eine w\u00fcrdige Bestattung zu bereiten, die Grabst\u00e4tten zu pflegen umso die Verstorbenen \u00fcber den Tod hinaus zu achten und zu ehren.<\/p><p>Sehr unterschiedlich sind die Arten und Formen der Bestattung. Der kulturhistorische Entwicklungsstand, die klimatischen Gegebenheiten und nicht zuletzt die religi\u00f6sen Anschauungen bilden hierzu den Hintergrund. Zu nennen sind: Erdbegr\u00e4bnis, Verbrennung, Aussetzung der Toten, H\u00f6hlen-, Wasser- oder Hausbegr\u00e4bnis.<\/p><p>Ruhend auf christlichen Vorstellungen entstand hierzulande allm\u00e4hlich die Verantwortung der Gemeinden f\u00fcr die Bestattung der Toten. Von privaten Einzelgrabst\u00e4tten kam es zu gemeinsamen Begr\u00e4bnispl\u00e4tzen. Dem Verlangen nach Ruhe im Schatten der Kirche wurde dadurch entsprochen, dass man unmittelbar in deren N\u00e4he liegenden freien Raum f\u00fcr die Anlage von Grabst\u00e4tten nutzte; es entstand der &#8222;Kirchhof&#8220; als ordentlicher Begr\u00e4bnisplatz.<\/p><p>Seit den 1960er Jahren wurden in der hiesigen Region eine Vielzahl von d\u00f6rflichen Friedh\u00f6fen vom traditionellen Standort in der N\u00e4he der Kirche auf Bereiche au\u00dferhalb der Ortslage verlegt. Meistens reichte der Platz nicht mehr aus. Zus\u00e4tzliche Fl\u00e4chen ben\u00f6tigten Leichenhallen, da inzwischen die Aufbahrung der Verstorbenen in ihren Wohnh\u00e4usern nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df erschien. In Einzelf\u00e4llen bestand auch der Wunsch bei der Dorfbev\u00f6lkerung \u201eeigene Friedh\u00f6fe\u201c anstelle von gemeinsamen Anlagen f\u00fcr mehrere Orte, zu schaffen.<\/p><p>Der Kirchhof in meinem Heimatort Kirchweiler ist eine Gemeinschaftseinrichtung der Gemeinden Kirchweiler und Hinterweiler. Er diente \u00fcber Generationen auch der Bestattung von Einwohnern aus Berlingen. Ab 1931 hat Berlingen einen eigenen Friedhof. Seit Ende der 1960er Jahre gibt es auf dem Friedhof Kirchweiler eine Leichenhalle.<\/p><p>Neben begrenzter Fl\u00e4che ergab sich auf dem Kirchhof in Kirchweiler das Problem, dass der Boden durch jahrhundertelange Belegung verwesungsm\u00fcde war. Das belastete Erdreich verhinderte die notwendige Luftzufuhr. Beim Ausheben neuer Gr\u00e4ber zeigte sich dieser Umstand sehr deutlich. Als Gegenma\u00dfnahme erfolgte ab 1993 auf Forderung des Gesundheitsamtes bei jeder Bestattung ein Bodenaustausch. Die Gr\u00e4ber wurden nicht mehr mit dem Aushub, sondern mit einem Lava-Mutterboden-Gemisch verf\u00fcllt. Dieses Verfahren konnte jedoch keinen durchgreifenden Erfolg bringen, da lediglich 30 bis 40 % des Bodenvolumens ausgetauscht wurden. Wege und Zwischenr\u00e4ume blieben unber\u00fccksichtigt. \u00a0\u00a0<\/p><p>In den 1980er Jahren wurde zudem immer deutlicher, dass es auch an Fl\u00e4che fehlt. Diese Platznot resultierte nicht zuletzt aus dem Umstand, dass beim Tod eines Ehepartners in der Regel Doppelgr\u00e4ber gew\u00fcnscht wurden. Die Nutzungszeiten dieser Grabst\u00e4tten erreichten durchschnittlich 45 Jahre, in Einzelf\u00e4llen die doppelte Ruhezeit und damit 60 Jahre. Eine Verk\u00fcrzung der Liegezeiten war wegen der Bodenbeschaffenheit ausgeschlossen. Als Notma\u00dfnahme wurde eine Regelung in die Friedhofssatzung aufgenommen, wonach der \u00fcberlebende Ehegatte nur ein Doppelgrab erhalten konnte, wenn er\/sie das 60. Lebensjahr vollendet hatte.<\/p><p>Im Zeitraum von 1986 bis 1991 gab es 51 Bestattungen. Hieraus resultiert ein Jahresschnitt von 8,5 Beisetzungen. Sp\u00e4testens 1997 w\u00e4re ein Defizit bei den Doppelgr\u00e4bern eingetreten, bei den Reihengr\u00e4bern wenige Jahre sp\u00e4ter. Von den insgesamt rd. 300 Grabst\u00e4tten standen 1992 f\u00fcr eine Belegung zur Verf\u00fcgung: 18 Einzelgrab- und 11 Doppelgrabst\u00e4tten. 44 Doppelgr\u00e4ber waren nur einfach belegt.\u00a0<\/p><p>Um den Friedhof neben der Kirche, also im Dorf erhalten zu k\u00f6nnen, wurden angrenzende Fl\u00e4chen integriert. Von der Kirchengemeinde konnte entlang des s\u00fcdlichen Teils der Kirche ein Grundst\u00fcckstreifen f\u00fcr eine Grabreihe mit 15 Einzelgr\u00e4bern und einem Doppelgrab gepachtet werden, der ab 1994 belegt wurde. Auch diese Ma\u00dfnahme sollte entsprechend den Prognosen nicht ausreichen. Die Einbeziehung einer Parzelle \u00f6stlich des Kirchengeb\u00e4udes und vor dem Kriegerehrenmal wurde erwogen, letztlich jedoch mit der Begr\u00fcndung verworfen, dass ansonsten keine freie Fl\u00e4che im Areal Kirche und Friedhof mehr vorhanden sei. Platzsparende Urnenbestattungen waren seinerzeit noch die Ausnahme.<\/p><p>Die Problematik des Friedhofs Kirchweiler war mir \u00fcber meine T\u00e4tigkeit als Schriftf\u00fchrer im Ortsgemeinderat Kirchweiler bestens bekannt. Als dem bei der Verbandsgemeindeverwaltung Daun ab 1989 zust\u00e4ndigen Sachgebietsleiter f\u00fcr \u00d6ffentliche Einrichtungen \u2013 hierunter fiel auch das Friedhofswesen &#8211; erreichte mich etwa Anfang des Jahres 1992 ein Prospekt der Firma BayWa aus W\u00fcrzburg, mit dem Grabkammern nach dem System Suckf\u00fcll beworben und wie folgt offeriert wurden.<\/p><p><a href=\"https:\/\/kirchweiler.beedigital.tech\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Friedhof-1.png\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2446 size-medium\" src=\"https:\/\/kirchweiler.beedigital.tech\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Friedhof-1-226x300.png\" alt=\"\" width=\"226\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kirchweiler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Friedhof-1-226x300.png 226w, https:\/\/kirchweiler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Friedhof-1-770x1024.png 770w, https:\/\/kirchweiler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Friedhof-1-768x1022.png 768w, https:\/\/kirchweiler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Friedhof-1.png 902w\" sizes=\"(max-width: 226px) 100vw, 226px\" \/><\/a><\/p><p>Beschreibung BayWa:<\/p><p><em>\u201eDie wichtigsten Vorteile des Systems im \u00dcberblick:<\/em><\/p><ol><li><em> Verk\u00fcrzte Ruhefrist durch Bel\u00fcftungssystem und Feuchtigkeitsfilter. Beim Grabkammer System Splus sorgt das patentierte Be- und Entl\u00fcftungssystem f\u00fcr den notwendigen Sauerstoffaustausch. Gleichzeitig wird \u00fcber einen Filter in der Abdeckung Oberfl\u00e4chen- und Regenwasser kontrolliert in die Grabkammer geleitet \u2013 optimale Bedingungen f\u00fcr den organischen Abbau von Leichnam, Sarg und textiler Ausstattung. Dadurch ist die Ruhefrist deutlich k\u00fcrzer als bei klassischen Erdgr\u00e4bern. Die Verwesungsgase gelangen \u00fcber einen Kohle-Aktiv-Filter, der eine m\u00f6gliche Geruchsbel\u00e4stigung verhindert, aus der Grabkammer. Gleichzeitig sorgt eine Membran daf\u00fcr, dass ausreichend Feuchtigkeit f\u00fcr die Grabbepflanzung gespeichert wird. Unter dem Sarg sorgt eine Drainage auf H\u00f6he der Grabsohle f\u00fcr das Ableiten von Stauwasser. Dadurch bleibt der nat\u00fcrliche Wasserhaushalt unter der Grabsohle erhalten, und das Drainagewasser kann in das System zur Oberfl\u00e4chenentw\u00e4sserung eingeleitet werden. <\/em><\/li><li><em> Platz- und Arbeitsersparnis. Mit dem Grabkammer System Splus ben\u00f6tigen Sie wesentlich weniger Fl\u00e4che bei der Anlage von Erdgr\u00e4bern, denn die Grabzwischenr\u00e4ume k\u00f6nnen entfallen. Zudem l\u00e4sst die Standardausf\u00fchrung als Tiefengrab mit einer Tiefe von zwei Metern eine doppelte Belegung \u00fcbereinander zu. Die Grabkammer l\u00e4sst sich auch bei frostiger Witterung einfach \u00f6ffnen und schlie\u00dfen. Bei weiteren Belegungen der Grabstelle muss kein Erdaushub mehr erfolgen. Dadurch sind auch Umbettungen problemlos durchf\u00fchrbar.<\/em><\/li><li><em style=\"font-size: 16px;\">Einfacher und bedarfsgerechter Einbau. Grabfelder k\u00f6nnen Sie mit dem als Fertigbausatz gelieferten Grabkammer System Splus einzeln nach Bedarf \u2013 auch in einzelnen Bauabschnitten \u2013 oder auf Vorrat anlegen. Bei einer Sanierung k\u00f6nnen Sie Schritt f\u00fcr Schritt vorgehen, sodass der laufende Friedhofsbetrieb nicht behindert wird. Die Montage der Grabkammer ist anhand der leicht verst\u00e4ndlichen Anleitung problemlos durchf\u00fchrbar. Das Fundament wird dabei auf Tiefe der Grabsohle angelegt und mit den Grabkammerrahmenteilen verankert. Der Grabstein kann bei einer Wiederbelegung stehen bleiben.\u201c<\/em><\/li><\/ol><p>Bei mir entstand spontan der Gedanke: Das k\u00f6nnte eine L\u00f6sung f\u00fcr die Probleme auf dem Friedhof Kirchweiler sein. Erkundigungen zum System und das Studium von Gutachten best\u00e4tigten meine Einsch\u00e4tzung. Eine erste Information an die Ortsb\u00fcrgermeister Josef Schmitz (Kirchweiler) und Klaus Bramer (Hinterweiler) weckte Interesse. Ebenfalls die Ortsgemeinder\u00e4te zeigten sich grunds\u00e4tzlich offen f\u00fcr die \u00dcberlegung, den Friedhof durch Einbau von Grabkammern zukunftsf\u00e4hig umzugestalten. Als Alternative wurde die Neuanlage eines Friedhofs, m\u00f6glichst zwischen den beiden D\u00f6rfern gelegen, thematisiert. Bei den Verantwortlichen in Hinterweiler gab es angeblich schon l\u00e4nger die \u00dcberlegung einen eigenen Friedhof zu schaffen. Konkrete Planungen waren jedoch nicht vorhanden. Berechnungen ergaben, dass eine neue Anlage f\u00fcr die beiden D\u00f6rfer sich m\u00f6glicherweise kosteng\u00fcnstiger realisieren lasse, als eine komplette Sanierung des vorhandenen Friedhofs mittels des Grabkammersystems. Die Neuanlage sollte etwa 1 Million DM und die komplette Sanierung etwa 1,5 Millionen DM kosten. In der Abw\u00e4gung zu ber\u00fccksichtigen war der Umstand, dass baldm\u00f6glichst eine L\u00f6sung gefunden werden musste und ein geeignetes Grundst\u00fcck nicht zur Verf\u00fcgung stand. Die Neuanlage eines Friedhofs bedarf zudem einer umfassenden und zeitraubenden Planung, z.B. Untersuchungen zur Bodenbeschaffenheit, eine hydrogeologische Begutachtung, eine Bauleitplanung und letztlich eine Genehmigung durch die Friedhofsbeh\u00f6rde der Kreisverwaltung. Zu schaffen sind neue externe und interne Infrastruktureinrichtungen, wie Zufahrt, Parkfl\u00e4chen, Geb\u00e4ude, Wege, Strom- und Wasseranschluss sowie eine Umz\u00e4unung. \u00a0Die Sanierung konnte und musste in Abschnitten erfolgen, so dass sich hierbei die finanzielle Belastung \u00fcber viele Jahre verteilt und als Vorteil anzusehen war.Ein weiterer, zu ber\u00fccksichtigender Aspekt war, dass bei einer Neuanlage \u00fcber Jahrzehnte zwei Friedh\u00f6fe zu unterhalten sind. Angeh\u00f6rige von Verstorbenen h\u00e4tten im Einzelfall Gr\u00e4ber auf beiden Bestattungspl\u00e4tzen zu pflegen.<\/p><p>Kostenersparnisse bietet das Grabkammersystem dadurch, dass zuk\u00fcnftig bis auf die Entfernung einer begrenzten Pflanzschicht kein aufwendiger Aushub mehr erforderlich ist. Zudem ergibt sich eine sehr flexible Nutzungsm\u00f6glichkeit, d. h. es muss nicht zwingend der Reihe nach bestattet werden. Feste Fundamente f\u00fcr Grabeinfassung und Grabstein erlauben deren zeitnahen Aufbau nach der Bestattung. Ansonsten notwendig werdendes Neuausrichten der Aufbauten nach Einsturz des Sarges bzw. fehlender Bodenverdichtung entfallen. Gefahrensituationen durch wackelige oder umsturzgef\u00e4hrdete Denkmale entstehen nicht mehr.\u00a0<\/p><p>Gegen die Grabkammern wurden auch Vorbehalte ge\u00e4u\u00dfert, was nicht verwunderlich war, da es &#8211; zumindest in Rheinland-Pfalz \u2013 keine so gro\u00dffl\u00e4chigen Systemnutzungen gab und Friedhofsfragen naturgem\u00e4\u00df auch emotionale Betroffenheit ausl\u00f6sen.<\/p><p>Nach sachlichen Diskussionen in den Gemeinder\u00e4ten fasste der Rat Kirchweiler am 3.12.1992 und der die Gemeindevertretung Hinterweiler am 22.1.1993 jeweils in \u00f6ffentlicher Sitzung den Beschluss, den Kirchhof zu erhalten und die Sanierung durch Einbau von Grabkammern anzugehen. In einer Einwohnerversammlung am 17. M\u00e4rz 1993 im B\u00fcrgerhaus Kirchweiler wurde den Teilnehmern die Problematik und das Vorhaben zur L\u00f6sung eingehend erl\u00e4utert. Die \u00d6ffentlichkeit war zudem ausf\u00fchrlich \u00fcber die Beratungen in den R\u00e4ten durch Bekanntgaben im Mitteilungsblatt informiert. Mein Anspruch war es einen umfassenden Informationsfluss zu praktizieren, um Akzeptanz bei allen Beteiligten, insbesondere der Einwohnerschaft zu gew\u00e4hrleisten.<\/p><p>Ein erster Sanierungsabschnitt wurde Anfang 1993 definiert. Die technische Planung und Bauleitung wurde Dipl.-Ing (FH) Klaus M\u00f6rsch von der Verbandsgemeindeverwaltung Daun \u00fcbertragen. Es folgten Abstimmungen mit den beteiligten Beh\u00f6rden, die unb\u00fcrokratisch und z\u00fcgig abgewickelt werden konnten, obwohl auch diese Stellen \u201eNeuland\u201c betreten mussten. Hierzu geht mein Dank an Ludwig Klein von der Kreisverwaltung, Wilfried Borsch vom Gesundheitsamt und Heinrich Krzywon vom Wasserwirtschaftsamt. Nach Eingang des Genehmigungsschreibens der Kreisverwaltung vom 1.10.1993 konnten die Tiefbauarbeiten ausgeschrieben werden. Der Genehmigung liegt die Verpflichtung f\u00fcr eine vollst\u00e4ndige Sanierung des Belegungsbereichs zu Grunde. Daraus folgt, dass die Bestattung von Leichen nur noch in Grabkammern erfolgen darf. Ein Drainagesystem muss gew\u00e4hrleisten, dass die Grabkammern weitestgehend von Grund- und Oberfl\u00e4chenwasser freigehalten werden. Um den Luftaustausch \u00fcber den Filter der Kammern zu gew\u00e4hrleisten, kann auch keine vollst\u00e4ndige Abdeckung der Grabst\u00e4tten zugelassen werden.<\/p><p>Als Pilotprojekt f\u00f6rderte das Land Rheinland-Pfalz den ersten Sanierungsabschnitt mit 60.000 DM.<\/p><p>Interesse weckte das Sanierungskonzept auch bei der Presse. Nach einem Artikel im Volksfreund meldete sich der S\u00fcdwestfunk bei mir. In einem Radio-Interview konnte ich kurz die Hintergr\u00fcnde des Projektes darstellen und die Beschaffenheit einer Grabkammer erl\u00e4utern.<\/p><p><a href=\"https:\/\/kirchweiler.beedigital.tech\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Zeitung-1.png\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2447 size-medium\" src=\"https:\/\/kirchweiler.beedigital.tech\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Zeitung-1-300x243.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"243\" srcset=\"https:\/\/kirchweiler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Zeitung-1-300x243.png 300w, https:\/\/kirchweiler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Zeitung-1.png 455w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p><p>Das Grabkammersystem verbessert nicht nur die Verwesung, sondern reduziert auch den Fl\u00e4chenbedarf, da in einer Grabst\u00e4tte zwei Verstorbene beigesetzt werden k\u00f6nnen. Der Wunsch nach einem Doppelgrab konnte damit weiterhin erf\u00fcllt werden.<\/p><p>Auf der Basis einer Kostenkalkulation wurde eine neue Friedhofsgeb\u00fchrensatzung erlassen. Die Friedhofsordnung erhielt aktualisierte Regelungen zu den Ruhezeiten bei Grabkammerbestattungen.<\/p><p><a href=\"https:\/\/kirchweiler.beedigital.tech\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bagger-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2449 size-medium\" src=\"https:\/\/kirchweiler.beedigital.tech\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bagger-1-300x227.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"227\" srcset=\"https:\/\/kirchweiler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bagger-1-300x227.png 300w, https:\/\/kirchweiler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bagger-1.png 454w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p><p>Das Foto zeigt die 3. Ma\u00dfnahme aus dem Jahre 2006<\/p><p>Inzwischen wurden vier Friedhofsbereiche mit Grabkammern ausgestattet. Ein neues mit Kammern best\u00fccktes Feld steht f\u00fcr Rasengr\u00e4ber zur Verf\u00fcgung. Damit entsprechen die Gemeinden dem Wunsch nach Erdbestattung bei gleichzeitigem Wegfall der Pflegeverpflichtung f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen. Auf einer Gedenkplatte wird auf die Verstorbenen mit Namen und unter Angabe von Geburts- und Sterbejahr hingewiesen.<\/p><p>Am 31.12.2020 gibt es auf dem Friedhof 105 Grabkammern. Die hierzu geh\u00f6renden Bauma\u00dfnahmen f\u00fchrten zu Kosten von 287.477,12 \u20ac. Neben dem Einbau weiterer Grabkammern erfolgte in den Jahren 2018\/2019 eine gr\u00f6\u00dfere Umgestaltung des Friedhofs. Zielsetzung war es, zeitgem\u00e4\u00dfe Benutzungsanforderungen zu erf\u00fcllen sowie die Aufenthalts- und Kommunikationsr\u00e4ume zu verbessern. Weiterhin sollte die verdichtete Belegung durch bessere Gliederung des Freiraums aufgewertet werden. Der Zugang von der Schulstra\u00dfe her wurde neugestaltet, die Mauer entlang der Stra\u00dfe abgebrochen und durch einen Staketenzaun ersetzt. Eine bauliche und funktionale Optimierung erhielt die Stellfl\u00e4che der Abfallbeh\u00e4lter. Die Freifl\u00e4che neben dem Beh\u00e4lterstandort wurde neu angelegt und mit einem Baum bepflanzt. Wege wurden mit hellen Betonpflaster erneuert. Parallel zu der Rasengrabfl\u00e4che f\u00fchrt ein 2 m breiter Weg bis an die Mauer am ehemaligen Schulgrundst\u00fcck.\u00a0 Pflasterb\u00e4nder aus Naturstein dienen der Strukturierung. S\u00fcdlich des Kirchengeb\u00e4udes stehen weitere Urnengrabfl\u00e4chen nach Neuanlage zur Verf\u00fcgung. Eine Stufe und sonstige Hindernisse bzw. Gefahrenpunkte in den Wegen wurden entfernt, ein zus\u00e4tzliches Gel\u00e4nder angebracht. Die neu gestalteten Platz- und Aufenthaltsbereiche bieten Sitzgelegenheiten. An zwei zentralen Stellen stehen neue Wasserentnahmeeinrichtungen bereit.<\/p><p>Die Kosten f\u00fcr die Umgestaltung (ohne Grabkammern) belaufen sich auf rund 220.000 \u20ac. Auch diese Aufwendungen tragen entsprechend der Zweckvereinbarung zum gemeinsamen Friedhof die Ortsgemeinden Kirchweiler und Hinterweiler auf Basis der Einwohnerzahl.<\/p><p>In der Zeit vom 1.1.2010 bis zum 31.12.2020 wurden auf dem Friedhof 85 Verstorbene beigesetzt, davon 36 in einem Urnengrab. Das entspricht einem j\u00e4hrlichen Durchschnitt von 7,7 Bestattungen. Im Zeitraum von 1986 bis 1991 waren es 8,5 Bestattungen im Jahr. Der Unterschied resultiert m\u00f6glicherweise aus der allgemein gestiegenen Lebenserwartung und dem Umstand, dass einige Einwohner au\u00dfer\u00f6rtliche Bestattungen gew\u00e4hlt haben, z. B. auf einem Friedwald. \u00a0\u00a0<\/p><p>Auf dem Friedhof Kirchweiler gibt es Ende 2020 folgende Grabst\u00e4tten: \u00a0<\/p><p>Doppelgr\u00e4ber Erdbestattung = 40<\/p><p>Dreiergrab Erdbestattung = 1<\/p><p>Einzelgr\u00e4ber Erdbestattung = 36<\/p><p>Einfach- und doppelt belegte Grabkammern = 68\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p>Urnen-Reihen und -doppelgr\u00e4ber = 31 (davon 5 Wiesengr\u00e4ber)<\/p><p>37 Grabkammern sind unbelegt, davon 12 im Feld f\u00fcr Rasengr\u00e4ber.<\/p><p>Insbesondere die Ver\u00e4nderung zu mehr Urnenbestattungen hat die Platzsituation auf dem Friedhof ma\u00dfgeblich entspannt. Es besteht die Aussicht, dass freiwerdende Bereiche zuk\u00fcnftig g\u00e4rtnerisch gestaltet werden k\u00f6nnen und der Friedhof weitergehender als bisher, die Funktion als Begegnungsst\u00e4tte der Lebenden einnimmt und st\u00e4rkere Bedeutung f\u00fcr die soziale Kommunikation der Bev\u00f6lkerung, erh\u00e4lt.<\/p><p><a href=\"https:\/\/kirchweiler.beedigital.tech\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/friedhof.jpg-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2832 size-medium\" src=\"https:\/\/kirchweiler.beedigital.tech\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/friedhof.jpg-1-150x300.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kirchweiler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/friedhof.jpg-1-150x300.png 150w, https:\/\/kirchweiler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/friedhof.jpg-1-512x1024.png 512w, https:\/\/kirchweiler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/friedhof.jpg-1-768x1536.png 768w, https:\/\/kirchweiler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/friedhof.jpg-1-1024x2048.png 1024w, https:\/\/kirchweiler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/friedhof.jpg-1.png 2000w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><\/p><p>Foto Grabkreuz; gestiftet von Wolfgang Michels<\/p><p><a href=\"https:\/\/kirchweiler.beedigital.tech\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Kirche-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2445 size-medium\" src=\"https:\/\/kirchweiler.beedigital.tech\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Kirche-2-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/kirchweiler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Kirche-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/kirchweiler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Kirche-2-1024x684.jpg 1024w, https:\/\/kirchweiler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Kirche-2-768x513.jpg 768w, https:\/\/kirchweiler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Kirche-2.jpg 1390w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p><p><em>Anmerkung des Verfassers:<\/em><\/p><p>Ich schreibe diesen Beitrag am Ende des Jahres 2020. Die jetzt entspannte Platzsituation auf dem Friedhof Kirchweiler ist auf die enormen Bem\u00fchungen und konsequenten Ma\u00dfnahmen der letzten fast 30 Jahre zur\u00fcckzuf\u00fchren. Ich kann erfreut feststellen, dass das 1993 gesetzte Ziel, langfristig den Friedhof im Dorf zu erhalten, erreicht wurde und freue mich an dem historischen Sanierungsprojekt mitgewirkt zu haben.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-4a55346 animated-slow elementor-arrows-position-inside elementor-pagination-position-outside elementor-invisible elementor-widget elementor-widget-image-carousel\" data-id=\"4a55346\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-settings=\"{&quot;_animation&quot;:&quot;fadeIn&quot;,&quot;_animation_delay&quot;:1000,&quot;navigation&quot;:&quot;both&quot;,&quot;autoplay&quot;:&quot;yes&quot;,&quot;pause_on_hover&quot;:&quot;yes&quot;,&quot;pause_on_interaction&quot;:&quot;yes&quot;,&quot;autoplay_speed&quot;:5000,&quot;infinite&quot;:&quot;yes&quot;,&quot;speed&quot;:500}\" data-widget_type=\"image-carousel.default\">\n\t\t\t\t<div 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