Familientreffen Schlömer 2018

Bilder: Anita Adams

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Ein letzter Besuch

Kirchweiler.

Der anstehende Abriss des Stammhauses der Familie Schlömer-Bost - erbaut 1850 und mittlerweile im Eigentum der Ortsgemeinde - war der Anlass für ein großes Familientreffen in Kirchweiler.

Organisiert wurde dieses von Marita Reynen aus Adelsdorf, einer Ururenkelin der Erbauer, Erwin Görgen aus Kirchweiler, der sich bestens mit der Familiengeschichte auskennt und Eugen Bost aus Daun, dessen Elternhaus das inzwischen baufällige Gebäude ist.

Zum Auftakt trafen sich die Nachfahren von Matthias Schlömer und Johanna Berg zu einer gemeinsamen Besichtigung des Hauses, das früher sowohl Wohn- und Gasthaus als auch Kolonialwarenhandlung war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden hier noch Tanzveranstaltungen und Kappensitzungen angeboten. Die Dorfbewohner konnten im Laden alles für den täglichen Bedarf in Haus und Hof einkaufen; außerdem wurden ihre eigenen Produkte wie Eier und Butter in Zahlung genommen.

Mit einer Mischung aus Staunen und Wehmut wandelten die Familienangehörigen aus Nah und Fern durch die Zimmer. Diejenigen, die das Haus noch von früher kannten, erzählten von „Restaurationsschnittchen“ und wussten, wo „Schlemmisch Tilla“ (Mathilde Bost geb. Schlömer) sonntags nachmittags selbst gemachtes Eis verkauft hatte und wo beim Schnapsbrennen einst der Kessel in die Luft geflogen war…

Auch von der bekannten Dorfkneipe, die die letzten Besitzer, Toni und Resi Dünnwald, hier über viele Jahre führten, wurden Stories erzählt.

Im Anschluss an die Erinnerungstour vor Ort und das obligatorische Foto trafen sich die Familienmitglieder mit Vertretern der Ortsgemeinde und der Chronikgruppe im Bürgerhaus, wo vier Frauen aus dem Verein „Bürgergemeinschaft Kirchweiler“ für die Bewirtung sorgten.

Anhand des Stammbaums und alter Fotos beleuchtete Erwin Görgen dort die Geschichte der musikalischen Großfamilie und erzählte so manche Anekdote.

Hans Schlömer aus Hennef referierte anschließend über die Verbreitung seines Familiennamens, über dessen mutmaßliche Herkunft und seine Varianten.

Es wurde viel erzählt an diesem Nachmittag - auf Hochdeutsch und auf Kirchweiler Platt, das sowohl Eugen Bost als auch seine Schwester Ilse Liewer, die seit über 50 Jahren in Wittlich-Neuerburg lebt, noch perfekt beherrschen.

Zur Erinnerung an diesen Tag wird aus den Einträgen der Teilnehmer des Familientreffens ein Gästebuch von der Chronikgruppe erstellt.